1 früher immer, kein sonntagabend ohne. aber jetzt? nur noch diese männer vor der würschtelbude. sie schaue jetzt pilcher. ihr mann auch. dabei könne man wenigstens schlafen.

2 er habe zwar einen kleinen bauch, arbeite jedoch im sommer gerne ohne oberkörper im garten.

3 knuspi ist rounders.

4 infosäulen, die mehr trockene nachricht als gefühl verbreiten.


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1 ihr vater sei 43. und er habe unheimlich probleme mit dem alter, jetzt. er begreife einfach nicht, daß er eben alt sei. wenn man sich mit ihm unterhalte, merke man das aber gar nicht. da sei er eher wie ein kleinkind.

2 Marie Antoinette so unfassbar langweilig, daß man sich die guillotine nur herbei wünschte.

3 der duft der apfelsorte topaz. gute mailänder salami riecht ein bißchen nach mäusedreck.

4 Ich trug ein Bärenkostüm und harfte in den Parks.


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1 haha, denke ich, als ein drahtiger mann in nadelstreifen sich im flughafenbus neben mich setzt, haha, der sieht ja aus wie günne öttinger! ich schiele, was er liest - er schlägt einen dicken ordner auf seinem schoß auf. haha, der sieht aus wie öttinger und liest auch noch interviews mit öttinger! haha! plötzlich wendet sich der mann mir zu. und ich blicke dem landesvater tief in die augen.

2 es gäbe aber auch sehr schöne zeiten. manchmal habe er fahrten an den bodensee. oder im sommer. da liesse er die taxe stehen und lege sich einfach in eines baumes schatten.

3 Er war ein Melancholiker, der schwierige Frauen liebte und gerne gut aß. hans sahl lesen, so großartig.


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1
200 zitronengelbe hermann-miller-schalenstühle in der ph in karlsruhe. oder mehr? in der veranstaltungspause einen umgedreht, fast einen gestohlen.

2
mein vater hatte vom nächtlichen möbel-abbeizen so verätzte hände, dass eines tages eine ältere dame aus der gemeinde anfragen liess, ob man denn gegen seine lepra gar nichts tun könne. uns kindern brachte sie zum trost überreife bananen.

3
bevor mein vater im alleingang dem antikmöbel-wahn verfiel, huldigte er gemeinsam mit meiner mutter in den 70ern dem modernen möbel-wahn. miller, knoll usw. mir schnellte einmal eine tulpenfusstisch in den kiefer, dem, höhenverstellbar, eine ungeheuer starke feder eingebaut war. seitdem habe ich verschobene schneidezähne.

4
neulich im kunstgewerbemuseum, meine mutter kichernd, guck mal, das hatten wir auch! und das! und das da!

5
alles abgewohnt und verschwunden. meine mutter lebt heute unbeschwert in ihrem sammelsurium.

6
mein vater bestand aber darauf, dass in seinem kranken- und sterbezimmer wenigstens der barocke hängeschrank angebracht würde.

7
ich drehe stühle in ph's um. auf der suche nach - wenn ichs nur wüsste.


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1 O, my five & dime queen
Tell me what have you seen?
The lust and the avarice
The bottomless, the cavernous greed
Is that what you see?


2 er führt mich bei den schultern. wenn ich die augen zusammenkniffe, fest zusammen kniffe, dann könne ich ihn sehen. dort auf dem teppich habe er immer gelegen.

3 in den letzten wochen zusammengerechnet 3,5 stunden mit möbelverkäufern geredet. das georgenelson wärs wohl gewesen. aber zum lachen ist das. was mal lustig, schlicht und billig zu produzieren war, können sich jetzt nur noch klassenfeinde leisten. der vitra-hype der nuller ist das, was der biedermeier-hype der neunziger war, was der jugenstil-hype der achtziger war.

4 da sitzt man dann erschöpft da mit seiner liebe zu schönheit und originalität.

5 ich spare besser auf ein roentgen. aus einer zeit, als möbel noch kunst waren. und mein spargroschen würde niemals reichen, aber ich würde immer mit meinem roentgen-traum leben. den angepassten dummköpfen im herzen um welten voraus.

6 roentgen. aus einer zeit, als hochkunst nur für despoten oder fettbürger erschwinglich war.

7 warum nur wird man in diesem leben schon beim sofakauf so schmutzig.

8 wie eugen drewermann in einen schlichten vorort ziehen. in ein schlichtes haus. und ein schlichtes sofa kaufen. ich weiss nicht, ob er ein schlichtes sofa hat. hilfe, der sofagedanke wird jetzt auch ziemlich albern.

9 ich kaufe mir einfach einen teppich zum mich-ausruhen. einen dicken schönen teppich ohne kinder- oder chinesenblut dran.

10 und irgendwann führt dich jemand bei den schultern. und sagt: da hat sie immer gelegen. wenn du die augen zusammenkneifst, dann siehst du sie genau.


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1 ein pfärd, ein pfärd, mein königreich für ein pfärd! endlich zu lernen, woher dieses geflügelte wort stammt (shakespeare, richard III.), verschaffte mir zwar ein wenig befriedigung, aber ansonsten wars traurig bei der peymann-premiere. dröge und wie nicht zu ende gearbeitet.

2 vor dem be bewegte megaphonisierte demonstranten, die gegen die iran-reise des ensembles protestierten. ich finde auch, dass man tyrannen besser nicht den kleinen finger reicht - andererseits: wenn nur ein einziger iranischer mensch dann im geschützten kunstraum ganz kurz mal ein wenig freier atmen kann, nur für ein paar momente aufatmen kann, weil andere etwas aussprechen, was für ihn selbst hochgefährlich wäre, so hat es sich schon gelohnt. mehr theater für den iran! und am besten stücke über ekelhafte tyrannen, die dann ekelhaft enden.

3 Why, I in this weak piping time of peace
Have no delight to pass away the time,
Unless to spy my shadow in the sun
And descant on mine own deformity.
And therefore since I cannot prove a lover
To entertain these fair well-spoken days,
I am determined to prove a villain
And hate the idle pleasures of these days.


4 richard III. ist das, was man eine paraderolle nennen muss. und den grossen ernst stötzner versanden sehen - das tat weh.

5 der ganze abend tat weh.

6 damit hatte ich so wenig gerechnet, wie damit, dass rolf hochhuth tatsächlich einen hohen hut trug. aus pelz. ich habs genau gesehen.


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1 Ich bin der festen Überzeugung, dass ich nach Parsifal Krebs kriege, wie Heiner Müller.

2 oh mein gott.

3 der erste geburtstag. sie schnitten ihr ein stirnlöckchen ab. dann durfte sie wählen, auf dem tisch lagen so viele gegenstände. ein kleines orakel für ein kleines mädchen. sie griff sich einen kugelschreiber, einen lippenstift und einen geldschein. große erheiterung. die sieht ziemlich gut aus, die zukunft.

4 we were not made in the dark.


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helene: nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette.

drei stunden später.

helene: nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette. nur eine zigarette.

fünf minuten später.

helene: nur eine zigarette. nur eine zigarette. am besten mache ich einen kleinen spaziergang und erzähle horst davon.

*spazier, dingdong*

helene: hallo horsti! du bist doch nichtraucher, oder? sag es, verdammt! ich meine, sonst funktioniert es nicht.

horst: ...

helene: ich wollt eigentlich nur mal sagen, ich würd jetzt wahnsinnig gern eine zigarette rauchen!

horst: ...

helene: ja, das wollt ich dir sagen. und du schwörst, daß du nichtraucher bist?

horst: ...

helene: dann will ich dir mal glauben.

horst: ...

helene: wie, du hast nichts gegen raucher? was soll denn das jetzt?

horst: ...

helene: und du willst mein freund sein? ich bin raucher! weisst du nicht, was das bedeutet!

horst: ...

helene: ich töte quasi kinder! ungeborene dazu! haufenweise!

horst: ...

helene: ich bin schuld an krebs. immer! ich schmeisse der tabak-maffia meine geld in den rachen! was ich mir alles kaufen könnte für dieses geld!

horst: ...

helene: danke, horsti, danke! danke für deine scheissliberalität! du warst ja immer schon so einer!

horst: ...

helene: adios! und nur, daß du es weisst: wir sind geschiedene leute!


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1 ich hielt die figur von bree vandekamp ja für am meisten überzeichnet, ihrer faszination konnte ich mich aber am wenigsten entziehen. jetzt ist es passiert! in meinem bekanntenkreis habe ich eine waschechte bree vandekamp identifiziert. gabrielles, lynettes und susans kennt jeder. ich bin sehr stolz. ich habe auch ein bißchen angst.

2 vor roland koch habe ich auch angst. das wird aber nicht besser.


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