andersneu
Samstag, 11. Oktober 2008
Capitano Clemente (32)

"Sandoch'khan, he!" rief Miranda zu dem jungen Mann herüber, der schon eine Ewigkeit über die Reling auf's Wasser starrte. "Jetzt reicht's!"

Sandoch'khan fuhr zusammen.

"Woran denkst du? Eine Dublone für deine Gedanken. Nicht, dass ich eine Dublone hätte."

Sandoch'khan drehte sich um. "Ich denke an zu Hause. Wir sind jetzt schon so lange unterwegs. Vielleicht kommen wir zu spät. Ich habe Angst. Vielleicht ist alles umsonst."

"Das wissen wir nicht! Und solange wir es nicht wissen, machen wir weiter. Ganz einfach." Miranda ließ das Steuerrad einmal herumschnurren und fixierte einen Punkt am Horizont.

"Das sagst du so daher, oder? Um mich zu trösten. Die Inselgärten. Wie schnell der Mond über den Inselgärten aufgeht. Plötzlich steht er rund und groß, als hätte es nie des Tages Hitze und Helle gegeben. Der Duft der wilden Mangos, der Lotusblüten, der Binsen!" Er wischte sich mit dem Ärmel über die Augen. "Ich habe Angst, dass das, was ich wiederfinde, etwas anderes sein wird als das, was ich verloren habe."

Miranda schüttelte den Kopf. "Nichts bleibt, wie es ist. Nichts auf der Welt. Außer der Dummheit der Menschen und Granitstein."

Sandoch'khan schaute sie bewundernd an. "Jetzt klingst du wie ein Weiser von Wundubar, Miranda!"

Miranda schniefte durch die Nase. "Wohl eher wie ein schmalziger Balladensänger am Samstagabend in der letzten Hafenkneipe. Aber macht nichts, mein Junge. Das wird schon."

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