helene, Freitag, 5. Juni 2009, 23:50
1 "Du gehst?", brüllen mir die Rosen vorm Haus zu, die dieses Jahr, nachdem sie das letzte Jahr eher gemickert sind, in Pracht und Feinheit, Schönheit und Fülle explodieren. "Ist uns doch egal!"
2 Wer aber kann schon von sich behaupten, er habe 10 Jahre in einem Haus mit einem Tonnengewölbekeller gewohnt, das mindestens bis ins 17. Jahrhundert zu datieren wäre? Neulich beim Scheunenrenovieren hat G. zwei Töpfe ausgegraben. Feine Tontöpfe, wohl erste Hälfte 19. Jahrhundert, in denen Nachgeburt bestattet wurde.
3 Wir ziehen demnächst in ein himmelblaues Haus.
4 Das himmelblaue Haus hat einen berlinischen Tonnengewölbekeller von 1900. Ich hab mal probeweise mit den Fingern über die Ziegel gestrichen. Porös, überraschend warm, muffig.
5 Im Hof liegt ein Asphaltdeckel. Das ist natürlich unschön, sagt der Vermieter.
6 "Aber Sie haben Wurzeln geschlagen!" sagt die Analytikerin und ich weine ein bißchen vor angenehmer Rührung.
7 Unser beruhigend langsam mahlendes Seelenwerk.
8 Das Pflaster, der Asphalt, die Steine, die Gehsteige, die Strassen, die anderen Häuser, die Brandmauern, die Balkone, die Kreuzungen, die Fahrradwege um das himmelblaue Haus herum.
9 Dichtbei ein ehemaliges Schlachthofgelände, auf das townhouses Reihenhäuser gebaut wurden, sehr beliebt. Und eine Grünfläche, auf der die Hunde von Punks und Neonazis miteinander spielen.
10 Stadtstaub.
11 "Die Schlacht gegen die Blattläuse müßt ihr demnächst alleine schlagen", sag ich zu den Rosen.
12 "Keine Sentimentalitäten", sagen die Rosen, "Time is up!"
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helene, Freitag, 29. Mai 2009, 20:55
"Cheerfull" Dan Hornsby!
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helene, Mittwoch, 20. Mai 2009, 23:24
1 Er habe sie sich immer verruchter gewünscht. Sie solle wenigstens manchmal trinken oder rauchen, also so rauchen. Oder mal einen Hut tragen. Das wäre sie aber alles gar nicht. Dafür verstünden sie sich im Urlaub immer sehr gut. Und man wisse ja, wenn man sich im Urlaub verstünde, sei dies ein untrügliches Zeichen für eine gute Beziehung.
2 Geheimnisvolles Hut-Detail.
3 Es gibt ja nichts Öderes als Männer-Frauen-Klischees. Wer sonst nichts zu sagen hat, definiere sich jetzt bitte mal kurz über sein Geschlecht. Da fällt mir ein:
4 Hundert Mann und ein Befehl! Morgen ist Herrentag!
5 Ansonsten plagt mich grad geschlechterübergreifendes Fernweh.
6
helene, Sonntag, 3. Mai 2009, 22:37
"Alter, isste noch MacDonalds, jetzt?"
"Ist egal, Alter, kannst Du ruhig essen. Is kein Schwein. Is Rind."
"Ich glaub da sowieso nich dran. Das is in Spanien oder so."
"Aus Mexiko. Die is aber jetzt hier. Die Grippe. In Deutschland. Mitm Flugzeug."
"Is doch egal. Wir sind in Baden-Württemberg."
"Baden-Württemberg is in Deutschland, du Hirni."
"Weiß ich doch, weiß ich doch."
"Nee, weißt du nich, Mann."
"Na gut. Ich mein nur, bis hierhin kommt die nicht."
"Die Schweine fliegen. Also, nicht direkt, nicht selber. Das Virus fliegt."
"Alter. Mir ist schlecht. Hör auf."
"Alter, ich sags ja bloß."
[neulich beim warten auf die bahn.]
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helene, Montag, 27. April 2009, 22:33
Pst. Um 22.50 Uhr auf arte Balkanmusik-Doku.
[Falls jemand ganz zufällig eine vernünftige Ostfolklore-Mitmach-Tanzgruppe in Berlin weiß... Ich würd so gern mal wieder.]
[Nachtrag: Kluge, freundliche, sanft hinterfragende Doku! Als Feminist zerreißt es mich übrigens manchmal bei dieser Musikliebe. Natürlich gibt es auch Grandes Dames und große, kluge Stimm- und Text-Zauberinnen, doch die Hauptprotagonisten sind schon alles Männer. Aber was solls. Beim Tanzen geht es dann auch wieder, die Frauenschritte stehen den Männerschritten an Kompliziertheit um nichts nach.]
[Und der treibende off-beat. Allein deswegen.]
[Und die Liebe zur Violon.]
helene, Sonntag, 26. April 2009, 14:48
Bakterien! Bakterien!
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helene, Sonntag, 5. April 2009, 01:18
Hier drauf klicken und dann auf Masterpieces special und dann in der Leiste unten auf Golden Age Quiz und dann schön bildungsbürgerlich versagen.
[68%. Mumpf.]
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helene, Dienstag, 31. März 2009, 21:56
1 Er habe ja vorgehabt, bis 55 durchzuziehen und dann könne er machen, was er wolle. Sie habe daraufhin gesagt, dann sei er doch vom vielen Arbeiten sowieso schon tot. Und außerdem könne er das doch dann gar nicht mehr, sich selber beschäftigen! Mal gar nichts machen! Das habe er dann komplett verlernt. Und er würde es dann auch nicht mehr lernen. Sie hätte da jedenfalls nur gelacht. Und jetzt müßten sie ihn aufschneiden, ritsch-ratsch. Das Herz.
2 Gemütlichkeit und andere Verbrechen.
3 Weidenkätzchen schlagen Pfirsichblüten schlagen Forsythien.
4 Im HNO-Stuhl Zeugin einer erbitterten Haßtirade auf Cindy Sherman geworden. Out of all places.
5 Tricoloren-Hamster.
6 Kieślowski-Hamster.
7 Mesocricetus auratus.
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helene, Freitag, 13. März 2009, 19:10
1 Dieses Problem tritt bei einigen Anwendern auf, die über eine Nase mit vielen Nischen verfügen.
2 Keine Details.
3 Gnarz. Wenn der Kuschelfaktor bei west wing nur nicht so hoch wäre. Meine Lieblingsfiguren sind bis jetzt (Anfang 3. Staffel) gloomy toby und margeret.
4 Im letzten Alptraum über brüchige Straßen in Köln gelaufen, mich in einer brüchigen Schule vor einem Mörder versteckt, verfolgt von einem Bus, in dem lauter Fritzls saßen. Der ganze wochenaktuelle Horror auf einen Streich, voilà.
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helene, Freitag, 6. März 2009, 23:53
1 Edward? ...Mein Gott, nein. Er meidet die Gesellschaft.
2 Ich meide heute abend auch die Gesellschaft. Und via arte flimmert die xte Verfilmung von sense and sensibility über den Schirm. Sofort diffuse Sehnsucht nach Musselinkleidern, von außen weiß gekalkten Häuschen und englischen Wiesen.
3 Oh liebe Jane Austen. Messerscharf beschreibt sie die Probleme, die eine beschränkte Gesellschaft den Frauen zumutet (zumindest den Frauen einer bestimmten Schicht).
Und wie beschränkt auch unsere deutsche Gesellschaft ist, die berufstätige Frauen, sobald sie Kinder bekommen und keinen traditionell miserabel bezahlten Dienerinnen-Job ausüben, gerne wie Leergut behandelt.
4 Hab auch angefangen West Wing zu schauen. Fiel aber direkt nach The Wire arg ab. Beziehungsweise fällt gar nicht ab. Es ist etwas ganz anderes und es ist ziemlich unterhaltsam. Flinke, smarte Dialoge und ein ordentlich nervender Big-Daddy-für-alle-Präsident. Bin aber erst in der ersten Staffel und kann eigentlich noch gar nischt sagen. Zwei Sachen find ich allerdings tatsächlich bis jetzt blöd: daß sich am Ende des Tages immer alle irgendwie lieb haben müssen - und diese schreckliche Filmmusik! Bei jeder patriotischen Gefühlswallung wallt auch diese schreckliche arme Trompete auf und muß ihr schrecklich einfältiges Gefühlswallungslied blöken. Ach, waren das noch schöne Zeiten, als es noch schöne Forts gab mit schönen Türmen, auf denen einsame Trompeter ergreifend schlichte schöne Melodien bliesen. Deiner sei auch nicht vergessen, kleiner Trompeter.
5 (Ich bin natürlich doch ungerecht. Es gab keine einzige Folge, in der ich nicht auch herzlich gut unterhalten gekichert hätte. Mir steht nur meine frische The Wire-Erfahrung im Weg. Diese fantastisch kompromißlose Ernsthaftigkeit! Die Schreiber, die mir, dem Zuschauer etwas zuzumuten wagen, die mir mit von der Straße abgelauschter Sprache erzählen von Dingen, die weit außerhalb meines Radius liegen und die mich atemlos mitten hinein nehmen in ihrer Erfahrungswelt. The Wire ist für mich etwas Einzigartiges, tief bewegendes gewesen. Höchstens zu vergleichen mit der Erfahrung einer gelungenen Faust-Inszenierung oder einem großen Wagner-Ring.)
6 Vielleicht ist es ja gut, daß The Wire so für sich steht. Sonst käme ich, wie der arme Edward unter Punkt 1, gar nicht mehr zur Türe hinaus.
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