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[wir befinden uns in einem von berlins prominenteren friseursalons. anwesend sind der chef, geselle frank, auszubildender washington, weitere angestellte, mehrere wilmersdorfer witwen und helene in erwartung ihrer foliensträhnchen.]
frank: washington, hast du der kundin schon den kaffee gebracht?
washington: ich habe ihn gerade frisch aufgebrüht und werde ihn sofort bringen!
wilmersdorfer witwe 1: ach, washington, kommen sie doch mal her, ich habe ihnen etwas kuchen mitgebracht! für ihre kaffeepause!
washington: vielen dank, das ist aber lieb von ihnen!
der chef: gnarz.
wilmersdorfer witwe 1: ich kann ja nicht mehr alles essen wie früher! aber sie sind ja noch jung, sie können alles essen!
washington: ja.
wilmersdorfer witwe 2: sie sind noch jung.
washington: ja.
der chef: washington, mach das mal weg. alles voller haare!
washington: ja.
frank: washington, wo bleibt der kaffee!
washington: sofort!
wilmersdorfer witwe 1: da, wo sie herkommen, washington, sind die menschen ja viel glücklicher als wir.
wilmersdorfer witwe 2: da ist es viel wärmer.
washington: ja.
wilmersdorfer witwe 1: sie haben das leben noch vor sich, washington.
wilmersdorfer witwe 2: früher bin ich zu modenschauen gegangen.
der chef: gnarz.
frank: washington, der kaffee!
[washington verschwindet hinter dem vorhang, der den salon von der küche trennt. eine weitere wilmersdorfer witwe betritt das geschäft, in der hand hält sie eine grosse bäckertüte.]
wilmersdorfer witwe 3: hallo, hallo, ich will gar nichts. ich habe nur eine kleinigkeit für washington!
der chef: gnarz.
frank: WASHINGTON, KOMM MAL NACH VORNE!
wilmersdorfer witwe 3: für sie, mein lieber! für ihre kaffeepause! für sie und ihre freunde!
washington: vielen dank, das ist aber lieb von ihnen!
wilmersdorfer witwe 3: ich geh dann mal wieder!
der chef: auf wiedersehen.
frank: auf wiedersehen.
washington: auf wiedersehen!
wilmersdorfer witwe 1: friederike sieht aber schlecht aus!
wilmersdorfer witwe 2: sie sieht nicht gut aus.
wilmersdorfer witwe 1: sie sieht gar nicht gut aus.
[washington serviert kaffee. ich komme mir vor wie ein der konföderation anhängender plantagenbesitzer.]
der chef: mach mal die haare weg.
wilmersdorfer witwe 1: washington, waren sie dieses jahr schon im urlaub? ach, sie kommen aus einem so schönen land, da braucht man ja gar keinen urlaub.
washington: vielleicht fahre ich nächstes jahr nach hause.
wilmersdorfer witwe 1: das ist aber schön.
wilmersdorfer witwe 2: haben sie denn auch ein hobby?
washington: ich gehe gerne aus.
wilmersdorfer witwe 1: ah!
wilmersdorfer witwe 2: ah.
der chef: du kannst dann der kundin die farbe rauswaschen.
washington: ja.
frank: vergiss das geschirr nicht.
washington: ja.
wilmersdorfer witwe 2: früher bin ich zu modenschauen gegangen.
der chef: gnarz.
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Suchen? Nicht nur das: Schaffen. Er steht vor einem Etwas, das noch nicht ist, und das doch nur er in seiner Wirklichkeit erfassen und dann in sein eigenes Licht rücken kann.
[dazu eine ganz persönliche erinnerung: mein vater, wie er meinen sich gerade in seiner rebellischen antiphase befindlichen großen bruder anbrüllt: DU HÄNGST DEN GANZEN TAG NUR IN DEINEM ZIMMER RUM WIE PROUST! SOLL ICH DIR VIELLEICHT DIE WÄNDE NOCH MIT KORK TAPEZIEREN ODER WAS !!!]
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Last modified: 30.05.18, 23:40
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