andersneu
Donnerstag, 1. Januar 2009

Jahresleseliste 2008:

Kerstin Grether: Zuckerbabys
Marisha Pessl: Die alltägliche Physik des Unglücks
J.W. von Goethe: Faust I, Faust II
W. Shakespeare: Richard III.
Hans Sahl: Memoiren eines Moralisten
Marina Lewycka: Two Caravans
Jonathan Carr: Der Wagner Clan
Ruth Klüger: unterwegs verloren
Fred Vargas: Die dritte Jungfrau
H. von Kleist: Penthesilea
Bov Bjerg: Deadline
David Sedaris: When You Are Engulfed in Flames
Karen Michels: Aby Warburg - Im Bankreis der Ideen
Aby Warburg: Schlangenritual

Wie man das schwäbische Dorf mit anderen Dörfern verwechseln kann, ist mir unbegreiflich. "deadline" von bov habe ich als Hörbuch gehört - und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Bei der Besenszene zum Beispiel mußte ich fürchterlich lachen. Das alte Dorf, das neue Dorf, die unsichtbaren Grenzen - genauso ist es hier bei mir auch. Andererseits gleichen sich natürlich auch alle Dörfer wieder, oder wie mein Freund D. sagt: Nirgendwo gibt es so viel Gift wie im Dorf.

Das mühsame Ziehen des Rollwägelchens, das Herumschleppen des eigenen Fetts, das Nichtauswählenkönnen. Der Steinmetzvater, der keine alte Grabplatte umkommen läßt und sich mehr oder weniger heimlich in Alkoholdunst aufgelöst hat. Die Mutter eigentlich toter als tot, bevor sie stirbt. Die gruselig normalen oder normal gruseligen Verwandten und Nachbarn, die jeder kennt.

Hart ist das auch, aber immer wieder aufgefangen durch das Tragikomische. Mir zumindest wurde der struggle der Heldin dadurch erträglich und ich mußte unbedingt wissen, wie es mit ihr weitergeht.

Und die Sprache natürlich! Die ist fein ausgewählt und dicht und genau und gewoben und gut überlegt, daß man gar nicht aufhören kann, zu lesen/hören.

Mehr Licht! Mehr bov!

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Last modified: 30.05.18, 23:40
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