In jede Kindheit ragten damals noch die Tanten, die ihr Haus nicht mehr verließen, die immer, wenn wir mit der Mutter zu Besuch erschienen, auf uns gewartet hatten, immer unter den gleichen schwarzen Häubchen und im gleichen Seidenkleide, aus dem gleichen Lehnstuhl, vom gleichen Erkerfenster uns willkommen hießen. Wie Feen, die ein ganzes Tal durchwirken, ohne je darein hinab zu steigen, durchwalteten sie ganze Straßenzüge, ohne jemals in ihnen zu erscheinen. Zu diesen Wesen zählte Tante Lehmann.

(Walter Benjamin: Berliner Kindheit um neunzehnhundert, Steglitzer Ecke Genthiner)


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steffster, Freitag, 11. August 2006, 03:04
Vor einigen Monaten auch gelesen, wobei er seine Kindheit zwar fast mit Erinnerungswut aufschreibt, als Kind aber vielleicht ein wenig langweilig war? Oh weh, bloss nix gegen B. sagen!
Ach ja, und in Firefox klappt Ihr bloglayout irgendwie nicht mehr, in IE gehts. Liegt's an mir?

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liegt am neueren feuerfuchs. schwer zu sagen, ob er langweilig war (für wen?). krank war er wohl oft, phantasiebegabt, sensibel. frösche aufgeblasen hat er wahrscheinlich nicht.

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