sie zehrt von ihrem geiz wie andere von einem köstlichen kuchen. ganz kurz lässt sie ihn durchschimmern: eine bemerkung hier, eine stichelei da (aber immer genug, um ein gefühl von schlechtem gewissen zu verursachen), ihr siegerlächeln dabei. es ging um eine tasse kaffee, aber eigentlich ging es um eine methode. kaffee immer nur morgens! und nicht wegen sauren magens, wasserdurst, teebevorzugung. der genuss an der verweigerung, an dem ausstellen der grösse der selbstzucht. was du dir so alles versagt hast im leben, du armes altes ding. hättest du doch einfach nein, danke! gesagt, ich wollte das doch gar nicht wissen.



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roland, Freitag, 7. Oktober 2005, 17:07
uhoh, lebensoptimierer. (mir bleibend auch in erinnerung, und das hat mir nur jemand erzählt, von einer gekannten, die sich ein post-it mit "disziplin! disziplin! disziplin!" an den badezimmerspiegel hing).

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vielleicht war es heruntergefallen, aber eines tages war das post-it nicht mehr da, als sie in den spiegel schaute. sie konnte gerade noch erkennen, wie ihre haut schreckliche blasen warf, wie etwas ihre adern durchlief (kleine lebewesen, vom herzen bis zu den zehenspitzen), und ihr mund formte einen letzten schrei: ALIENS! ALIENS! ALIENS!

gekannte ist ja ein superwort.

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